Evan Blass, der Mann hinter @evleaks – Ein Interview

evleaksKaum ein Mensch hat die Technikszene in den vergangenen Jahren so geprägt wie Evan Nelson Blass. Ihr kennt ihn nicht? Doch, ich bin mir ziemlich sicher dass schon. Nur kennt man ihn eigentlich nur unter seinem Decknamen: @evleaks. Die Leaks vieler Nokia und HTC Geräte sind legendär und in fast jedem Technikblog zu finden. Im Juli diesen Jahres outete sich Blass öffentlich hinter @evleaks zu stecken und verriet in einem Interview mit AndroidPolice einige interessante und private Dinge.

Der 35-jährige leidet zum Beispiel an multiples Sklerose und war lange Zeit Blogger bei großen Webseiten wie Engadget. Dort war er unter anderem dafür zuständig Joshua Topolsky, Gründer von The Verge, auszubilden. Auch kannte er Jonathan Geller lange bevor dieser BGR.com gründete.

Ich hatte die Ehre ein kurzes Interview mit @evleaks zu führen und ihm bisher ungeklärte Fragen zu stellen. Eins kann ich schon verraten: Seine Quellen gibt er nicht preis. ;) Wir sind die erste deutsche Website die ein Interview mit Evleaks geführt hat.

Interview (Scroll down for english version)

(AF – Applefeed; EV – @evleaks)

AF: Wie ist @evleaks zustande gekommen?

EV: Ich habe @evleaks aus dem Grund gestartet, aus dem viele Menschen [erst einmal] kostenlos arbeiten, nachdem sie einen bezahlten Job verlassen haben: Ich wollte meinen Namen [Ruf] behalten. Das hört sich vielleicht ein wenig komisch an, wenn man bedenkt, dass ich anfangs anonym geschrieben habe, aber meine Identität war nie so richtig ein Geheimnis. Hinter den Kulissen wussten viele meiner Kollegen was los war.

Nebenbei wollte ich auch noch sehen, ob ich eine Marke mit dieser Methode aufbauen kann. Keine Werbung, nicht Tonnen an Inhalt – nur sehr viele Wasserzeichen.

AF: Wie war es für große Webseiten wie Engadget zu arbeiten?

EV: Für Engadget zu arbeiten war toll, aber es war hart. Ich war schon ziemlich früh dort, als das Impressum nur ein Teil dessen war, was es heute ist. Egal wie viel wir arbeiteten, es gab immer mehr zu tun. Und Erfolg war niemals garantiert: Es gab Zeiten an denen ich dachte, dass die Website anfängt zu taumeln. Aber an der Seite von lebenden Legenden wie Pete Rojas und Jason Calacanis gearbeitet zu haben, ist eine Erfahrung die ich immer bewahren werde.

AF: Macht es dir Spaß unveröffentlichte Produkte zu leaken?

EV: Ich liebe was ich mache. Ich habe noch nie weniger Geld verdient, aber ich habe einen Job auch nie mehr geliebt. Die Tatsache, dass ich das einen Job nennen darf, ist einfach unglaublich. #onlyinamerica

AF: Wenn du ein neues Foto von deinen Quellen zugespielt bekommst, veröffentlichst du diese sofort oder behält du sie eine Zeit für dich?

EV: Es hängt alles von der Situation ab. Die meiste Zeit veröffentliche ich Bilder innerhalb einiger Tage nachdem ich sie erhalten habe. Jeder Redakteur kennt die Angst eine Story zu lange unveröffentlicht zu lassen und einem dann jemand zuvorkommt. Da das nun gesagt ist: Manchmal sitze ich auf Informationen und/oder Bildern für Wochen oder sogar Monate.

Glaub es oder nicht: Ich spüre das Bedürfnis verantwortlich für Leaks zu sein. Ich weiß, dass wenn das Zeitfeld zwischen Leak und Veröffentlichung größer ist, es auch problematischer für den Hersteller ist. Kurzzeitige Leaks hingegen dienen üblicherweise als Aufsehen erregendes Mittel, langzeitige Leaks geben den Mitstreitern aber genug Zeit um den Kurz zu ändern und Kunden die Zeit um Kaufgewohnheiten oder -entscheidungen zu ändern.

Eine Kurze Anekdote: Ich musste über das HTC M7 (das Handy das später eventuell das One werden würde) viel früher berichten als ich eigentlich wollte, weil Leaks bereits aus anderen Quellen kamen. Ein Schmankerl das ich aufdeckte war der Fakt, dass HTC den zum Tode überlassenen IR [Infrarot] Anschluss zurückbrachte, um das Handy mit Universalfernbedienung-Fähigkeiten auszustatten. Monate später (aber im selben Modelljahr) – und ich bin überzeugt das es kein Zufall war – hat Samsung das S4 gelauncht, welches ebenfalls über einen Infrarot Port verfügte. Es gibt echte Konsequenzen wegen dem Leaken und ich möchte diese auf ein Minimum reduzieren.

AF: Bist du eher #TeamiPhone oder #TeamAndroid?

EV: Das ist einfach: #TeamHardware. Software lässt sich relativ leicht nach seinem Geschmack anpassen, Hardware nicht so. Zurzeit heisst das Android.

AF: Hast du dir ein neues Handy seit dem Interview mit Androidpolice am 28. Juni gekauft? (Galaxy Nexus)

EV: Ja, ich habe jetzt ein LG G2. Es ist ein feines Handy (bis auf die Platzierung der Knöpfe, was besonders frustrierend ist.)

Danke @evleaks!

Jetzt du: Stelle DEINE Frage an @evleaks in den Kommentaren oder auf Twitter unter dem Hashtag #FrageEvleaks. Die zwei besten werden ausgesucht! 

Das Interview auf Englisch:

AF: Would you tell me how the project evleaks got started?

EV: I started @evleaks for the same reason that many people work for free after leaving a paying job: I wanted to keep my name out there. That probably sounds a bit strange, considering the fact that I initially posted anonymously, but the fact is that my identity was never really a secret, behind the scenes — most of my colleagues always knew what the deal was. Peripherally, I also wanted to see if I could build a brand in this manner. No advertising, not a ton of content — just a whole lot of watermarks.

AF: How was it like to work for these big websites like Engadget?

EV: Working for Engadget was great, but it was tough. I was there pretty early on, when the masthead was just a fraction of the length that it is now. No matter how much we worked, there was always more to do. And success was never guaranteed: there were a few times that I felt the publication was going to flounder. But working alongside living legends like Pete Rojas and Jason Calacanis is an experience that I’ll always treasure.

AF: Do you enjoy leaking unreleased products?

EV: I love what I do. I’ve never made less money, but I’ve never enjoyed a job more. The fact that I can even call this a job is just amazing. #onlyinamerica

AF: When you get a leaked photo from your sources do you upload them immediately or keep them secret for a time?

EV: It all depends on the situation. For the most part, I post material within a few days of acquiring it: every writer knows the fear of holding on to a story for too long, and getting scooped. That being said, I’ll sometime sit on information and/or imagery for weeks, even months. Believe it or not, I do feel the need to be responsible about these leaks. I know that the greater the time delta between leak and product launch, the more problematic it can be for the manufacturer. Whereas short term leaks generally serve as effective buzz-building tools, long-term leaks give a company’s competitors enough time to change course, and consumers time to change buying habits / decisions.

Quick anecdote: I ended up having to report on the HTC M7 (the phone that would eventually become the One) much earlier than I wanted to, because it had started to leak through other channels. One tidbit that I revealed was the fact that HTC was bringing back the left-for-dead IR port, for the sole purpose of endowing the handset with universal remote capabilities. Months later (but the same model year) — and I am convinced, not coincidentally — Samsung launched the Galaxy S 4, also with an IR port. There are real world consequences to leaking, and I want to minimize those as much as I can.

AF: #TeamiPhone or #TeamAndroid?

EV: That is an easy one: #TeamHardware. Software is relatively easy to conform to one’s liking; hardware, less so. Right now, that means Android.

AF: Do you got a new phone since the interview with androidpolice on june 28th?

EV: And yes, I have an LG G2 now. It is a fine handset (save for the button placement, which is eminently frustrating).

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Julian

Hi, ich bin Julian, der Gründer von Applefeed. Drei Wörter die mich beschreiben: Einfach Apple begeistert. Erstes Apple Device: iPod Touch 2g. Zurzeitige Apple Devices: iPhone 5 und MacBook Air.
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